DSWV warnt vor steigenden Umsätzen illegaler Anbieter bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026
Amir Otto · Sep 22, 2026

DSWV warnt vor steigenden Umsätzen illegaler Anbieter bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026

Die zentralen Schätzungen des Verbands
Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hat in einer aktuellen Analyse darauf hingewiesen, dass unregulierte Betreiber während der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Deutschland einen Wettumsatz von 300 bis 400 Millionen Euro erzielen könnten, während der gesamte Turnierumsatz voraussichtlich eine Milliarde Euro übersteigt und die lizenzierten Anbieter lediglich 600 bis 700 Millionen Euro abwickeln werden. Diese Zahlen basieren auf den Hochrechnungen des Verbands, die den anhaltenden Kanalisierungsproblemen im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) Rechnung tragen.
Strukturelle Probleme im regulierten Markt
Beobachter haben festgestellt, dass der Schwarzmarkt seit einiger Zeit schneller wächst als das legale Segment, wobei die illegale Seite eine um 17 Prozent höhere Wachstumsrate aufweist und etwa ein Drittel der Nutzer laut regulatorischen Erhebungen auf illegale Angebote zurückgreift. Diese Entwicklung steht in direktem Zusammenhang mit den bestehenden Rahmenbedingungen des GlüStV, die nach Einschätzung des DSWV die Attraktivität lizenzierter Plattformen einschränken und dadurch Spielraum für nicht autorisierte Anbieter schaffen.
Auswirkungen auf die Marktaufteilung
Experten des Verbands betonen, dass die projizierten Umsatzanteile illegaler Betreiber während des Turniers 2026 eine spürbare Verschiebung darstellen würden, da der Gesamtmarkt auf über eine Milliarde Euro geschätzt wird. Die lizenzierten Sportwettenanbieter würden demnach nur 60 bis 70 Prozent des erwarteten Volumens erreichen, während der Rest außerhalb der regulierten Strukturen fließen könnte. Solche Verschiebungen ergeben sich aus der Kombination von Nutzerpräferenzen und den technischen sowie rechtlichen Hürden, die der aktuelle Staatsvertrag mit sich bringt.
Regulatorische Rahmenbedingungen und deren Folgen
Der GlüStV sieht klare Vorgaben für die Lizenzvergabe und den Betrieb von Sportwetten vor, doch die Umsetzung führt in der Praxis zu einer Situation, in der ein signifikanter Teil der Nachfrage nicht über legale Kanäle bedient wird. Daten der zuständigen Behörden zeigen, dass etwa ein Drittel der Nutzer bereits auf nicht lizenzierte Dienste ausweicht, und diese Quote hat sich in den vergangenen Perioden weiter erhöht. Der DSWV verweist dabei auf die Notwendigkeit, die Kanalisierung zu verbessern, um den Anteil illegaler Aktivitäten einzudämmen.

Die Wachstumsdifferenz von 17 Prozent zwischen Schwarzmarkt und legalem Sektor wird als Indikator dafür gesehen, dass bestehende Regelungen die Wettbewerbsfähigkeit zugelassener Anbieter beeinträchtigen. Während der Weltmeisterschaft 2026, die im September des Turnierjahres ihren Höhepunkt erreichen wird, könnten diese Dynamiken besonders deutlich zutage treten, da das Interesse an Sportwetten traditionell stark ansteigt.
Statistische Grundlagen der Prognose
Die vom DSWV vorgelegten Schätzungen stützen sich auf aktuelle Marktdaten und regulatorische Statistiken, die das Nutzungsverhalten im deutschen Wettmarkt abbilden. Laut diesen Erhebungen entfällt ein erheblicher Teil des potenziellen Umsatzes auf Anbieter ohne deutsche Lizenz, wobei die genannten 300 bis 400 Millionen Euro nur den auf die Weltmeisterschaft entfallenden Anteil darstellen. Die Gesamtprognose von über einer Milliarde Euro für das Turnier ergibt sich aus der Kombination historischer Umsatzentwicklungen und der erwarteten Nachfrage während eines globalen Großereignisses.
Langfristige Marktentwicklung
Analysen des Verbands deuten darauf hin, dass ohne Anpassungen im regulatorischen Umfeld der Anteil illegaler Anbieter auch über das Turnier 2026 hinaus weiter zunehmen könnte. Die aktuellen Wachstumsraten zeigen, dass der Schwarzmarkt nicht nur volumenmäßig expandiert, sondern auch strukturell an Boden gewinnt, was die Position der lizenzierten Betreiber dauerhaft schwächen könnte. Diese Entwicklung wird durch die Tatsache verstärkt, dass ein Drittel der Nutzer bereits Erfahrungen mit nicht regulierten Angeboten gemacht hat.
Zusammenfassung der Verbandsaussagen
Der DSWV fasst zusammen, dass die Kombination aus hohen Gesamtumsätzen, begrenzter Kanalisierung und schnellerem Wachstum des Schwarzmarkts zu einer Situation führt, in der während der Weltmeisterschaft 2026 ein Umsatzvolumen von 300 bis 400 Millionen Euro außerhalb der legalen Strukturen bleiben könnte. Die lizenzierten Anbieter würden nach diesen Berechnungen 600 bis 700 Millionen Euro generieren, während der Gesamtmarkt die Milliardengrenze überschreitet. Diese Zahlen verdeutlichen die Herausforderungen, denen sich die Branche unter den bestehenden Regelungen des GlüStV gegenübersieht.
Abschließende Betrachtung
Die vom DSWV präsentierten Daten und Prognosen liefern ein detailliertes Bild der erwarteten Marktaufteilung während eines der größten Sportevents der kommenden Jahre. Sie basieren auf regulatorischen Erhebungen und internen Hochrechnungen, die sowohl das Nutzerverhalten als auch die strukturellen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Die genannten Wachstumsunterschiede und Umsatzanteile zeigen, wie sich die aktuelle Gesetzgebung auf die Verteilung der Wettumsätze auswirkt und welche Rolle unregulierte Anbieter dabei spielen könnten.